22. Oktober 2024
Gründungssitzung der Radallianz Bayern als neuem Runden Tisch zu Radverkehrsthemen
Aus dem von der Initiative „Radentscheid Bayern“ vorgelegten Gesetzesentwurf wurde für das von der Regierungsmehrheit im Bayerischen Landtag im Sommer 2023 verabschiedete Bayerische Radgesetz die Idee der Einrichtung eines Runden Tisches zu Radverkehrsthemen unter dem Namen „Radallianz Bayern“ übernommen.
Nun hat die Radallianz zum ersten Mal getagt und die Träger des Radentscheids Bayern ADFC und VCD sind in die Radallianz berufen worden.
Auch wenn durch dieses Gremium keine konkrete Evaluierung der Umsetzung des aktuellen Radgesetzes vorgesehen ist, begrüßen wir die Einrichtung des Gremiums als Austauschplattform der relevanten Akteure.
Primäre Zielgruppe sind sicherlich die bayerischen kommunalen Spitzenverbände (Bayerischer Gemeindetag Bayerischer Landkreistag Bayerischer Städtetag) sowie die in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) Bayern zusammen geschlossenen Städte und Gemeinden von denen erhofft wird, dass sie das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) bei der Erreichung des Ziels von 1.500 km neuen Radwegen bis 2030 durch Schaffung von Fahrradinfrastruktur in ihrem jeweiligen kommunalen Wirkungsbereich mit unterstützen. Gleiches gilt für die in der Radallianz vertretenen Staatsministerien für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) und für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELF) in deren Wirkungsbereich ebenfalls fahrradrelevante Infrastruktur geschaffen wird.
Wir freuen uns, dass der ADFC und der VCD Landesverband Bayern als Träger der Initiative „Radentscheid Bayern“ ebenfalls mit in dem Gremium vertreten sind. Auch wenn wir uns sicherlich etwas konkretere Aufgaben und Befugnisse für dieses Begleitgremium hätten vorstellen können, hoffen wir auf eine produktive Arbeit des Gremiums.
Dabei ist uns ein flexibler und pragmatischer Umgang mit den Standards zur zügigen Umsetzung von Fahrradinfrastruktur im Sinne der Schaffung von durchgängigen Radrouten wichtig. Auch wenn zunächst in manchen Fällen noch nicht gleich von Beginn an der „Goldstandard“ erreicht wird, erscheinen uns unter dem Blickwinkel der durchgängigen Nutzbarkeit im Alltagsverkehr auch Kompromisse in der konkreten Gestaltung vertretbar. Besser z. B. bald eine durchgängig befahrbare Radschnellverbindung von Freising nach Garching – auch wenn an manchen Stellen noch suboptimale pragmatische Lösungen realisiert werden – als noch viele Jahre auf den Vollausbau warten.
Die Radschnellwege in Kopenhagen werden z. B. auch pragmatisch angelegt … aber dafür geht dort fast jedes Jahr eine neue Verbindung „ans Netz“, während in der Metropolregion München seit Jahren geplant wird, ohne dass konkrete Realisierungen zügig voran kommen.
Gleichzeitig erachtet es der VCD als wichtig, dass durch entsprechende Awareness-Kampagnen Schwächen der Fahrradinfrastruktur zumindest teilweise kompensiert werden. Das Miteinander im Verkehr sollte im Mittelpunkt von Awareness Kampagnen stehen, um Aggressionen zwischen den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer:innen möglichst zu begegnen und auf ein gegenseitiges Verständnis hinzuwirken. Gegenseitige Achtsamkeit (auch der Radfahrer:innen gegenüber den Fußgänger:innen) ist ein wichtiger Ansatz, um mehr Verkehrssicherheit zu erzielen, auch wenn eben Radfahrer:innen sich oftmals noch den knappen öffentlichen Raum mit den Fußgänger:innen teilen müssen.
Mittelfristig ist aber die ausgewogene Einräumung von öffentlichen Verkehrsflächen auch für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer:innen ein zentrales Ziel … und vor dem Hintergrund zunehmender Radfahrerzahlen auch wichtig, um entsprechende Kapazitäten zu schaffen.
Zu den Seiten des Radentscheid Bayern"

